Ortswappen & Chronik von Dettingen-Wallhausen

Chronik von Dettingen-Wallhausen

Aus der Steinzeit gibt es im Uferbereich Wallhausen zahlreiche Nachweise von Pfahlbausiedlungen aus der Zeit von 10.000 - 8.000 v. Chr. Ein großes hallstattzeitliches Grabhügelfeld "Keltengräber" (ca. 800 - 400 v. Chr.) mit 31 Hügeln befindet sich im Gemeindewald Ameisenberg (s. Falk-Plan Konstanz).

Der Dorfname Tettingen findet sich erstmals in einer Urkunde des Jahres 730 n. Chr. im Zusammenhang mit der Christianisierung des alemannischen Raumes. Dettingen wurde 839 vom Frankenkönig Ludwig dem Frommen dem fränkischen Kloster Reichenau geschenkt, nachdem der Ort offenbar vorher zur Königspfalz Bodman gehörte.

Wallhausen, die "Villa Walarhusin" findet 1187 erstmals urkundlich Erwähnung, als Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Rahmen seiner Regierungsgeschäfte - über die wichtige Fährverbindung von Überlingen nach Wallhausen kommend - hier Rechte des Augsburger Bischofs Udalschalk und des Klosters Salem bestätigte.

Im 12. und 13. Jh. herrschte das Geschlecht der Herren von Tettingen als Ministerialen des Klosters Reichenau über das Dorf. Von der damaligen hochmittelalterlichen Turmhügelburg sind nur noch Mauerreste beim heutigen Burghof vorhanden. Im 14. Jh. kam die Ortschaft Dettingen (mit Wallhausen) durch Verkauf an die Kommende Mainau des Deutschen Ordens. Im Bauernkrieg 1525 wurde Wallhausen von den aufständischen Bauern schlimm "gerawpet und geplündert".

Im 30-jährigen Krieg litt der Ort besonders ab 1632 unter den kaiserlichen und schwedischen Truppen. Drei Viertel der Bewohner wurden getötet oder vertrieben.

Die Dorfkirche in Dettingen wurde 1303 erbaut und seitdem vielfach umgebaut und erweitert; die St. Leonhardskapelle in Wallhausen trägt die Jahreszahl 1714 und das Wappen des Mainauer Hauskomturs Franz von Schönau.

Als eigenständige Gemeinde urkundete Dettingen erstmals 1587. Durch den Frieden von Preßburg 1805 kam der Besitz der Komturei Mainau des Deutschen Ordens - und damit auch Dettingen-Wallhausen - an das Großherzogtum Baden. Am Heckeraufstand 1848/49 für eine demokratische Republik war Dettingen mit zwei Kompanien beteiligt.

Seit 1904 führt die Gemeinde Dettingen das alte Wappen der Herren von Tettingen: Längs geschindelt von Gold und Schwarz in 6 Feldern; früher wurde ein ovaler Stempel mit zwei gekreuzten Palmzweigen und Inschrift verwendet. Durch das baden-württembergische Gemeindereformgesetz verlor Dettingen-Wallhausen 1975 seine Selbstständigkeit und wurde ein Stadtteil von Konstanz. Auch eine Klage der Gemeinde dagegen vor dem Staatsgerichtshof Baden-Württemberg konnte dies nicht verhindern.

Die Lebensgrundlage war bis in die Mitte dieses Jahrhunderts die Land- und Forstwirtschaft und die Fischerei. Der Wallhauser Hafen war wichtiger Umschlagplatz für das Holz vom Dettinger Wald und Andeergranit von Rorschach. Heute gibt es nur noch wenige landwirtschaftliche Betriebe; der gewerbliche Hafen Wallhausen wurde zum Sportboothafen und Heimathafen der Personen- und Fahrrad-Fährverbindung nach Überlingen.

Arbeitsplätze am Ort bieten kleine und mittlere Gewerbebetriebe und der Fremdenverkehr (Prädikat Erholungsort 1988) und die Kernstadt Konstanz hauptsächlich mit Handwerk, Handel, Industrie, Verwaltungen, Schulen, Fachhochschule und der Universität.

Anmerkung: Kapitän-Romer-Straße / Kapitän-Franz-Romer-Halle (Sport- und Festhalle): benannt nach dem Dettinger Bürgersohn und Hochseekapitän Franz Romer, der 1928 als erster Mensch mit einem Faltboot den Atlantik überquerte, allerdings nach der Überquerung an der amerikanischen Küste in einem Wirbelsturm ertrank. Eine Gedenktafel befindet sich am Haupteingang der Ortsverwaltung.

Ortswappen von Dettingen-Wallhausen

Ortswappen Dettingen-Wallhausen
 
 
 

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