27.01.2017 (pm) Falsche Polizeibeamte - Warnhinweis

Als Beamter der Konstanzer Polizei hat sich am Mittwochnachmittag ein Anrufer, der sich Tobias Wagner nannte, in einem Telefonat gegenüber einer Frau ausgegeben und ihr mitgeteilt, dass es zur Festnahme von drei Straftätern gekommen sei. Bei Durchsuchungen habe man mehrere Schriftstücke mit persönlichen Daten der Angerufenen gefunden, die zur Verhinderung einer Straftat entsprechend abgeglichen werden müssten. Außerdem wollte der Anrufer wissen, ob die Frau Schmuck, Bargeld oder sonstige Wertgegenstände zu Hause aufbewahrt. Nachdem die Frau skeptisch wurde und entsprechend nachfragte, verwies der Anrufer auf das Telefondisplay, wo die Notrufnummer 110 angezeigt wurde. Im weiteren Gespräch setzte der Unbekannte die Frau zunehmend unter Druck und drohte ihr mit einer Strafanzeige, falls sie nicht entsprechend mit der Polizei kooperiert. Abschließend erklärte er, dass die Angelegenheit an Interpol Wiesbaden weiterleitet werde und drängte darauf, dass die Frau den Sachverhalt, um die Ermittlungen nicht zu gefährden, für sich behält.

Noch am gleichen Abend meldete sich ein angeblicher Ermittler von Interpol Wiesbaden, knüpfte an das vorangegangene Telefonat an und drängte die Frau massiv und unter Drohung entsprechender Konsequenzen, ein angebliches Virenprogramm aufzuspielen, um anschließend mit ihm gemeinsam ihre Kontodaten auf Unregelmäßigkeiten überprüfen zu können. Um sich zu versichern, dass er tatsächlich von Interpol sei, forderte er die Frau auf, die angezeigte Rufnummer über eine Suchmaschine zu überprüfen. Nachdem es sich mutmaßlich tatsächlich um eine entsprechende Behördenrufnummer handelte, folgte die Frau den Anweisungen des Mannes, dem es dadurch gelang, auf den Computer eigenständig Zugriff zu erhalten. Dabei war es ihm möglich, Kontodaten und Kontostände einzusehen und weitere persönliche Informationen der Angerufenen zu erhalten. Im Hintergrund des Telefonats wurden Funksprüche abgespielt, um den Anschein eines echten Polizeibeamten zu verstärken. Zu einem Schaden ist es bislang nicht gekommen, da die Frau noch rechtzeitig ihre Konten sperren konnte.

Die Polizei rät:

  • Geben Sie Personen, die sich nicht kennen, keine Auskünfte über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse;
  • Nehmen Sie bei entsprechender Aufforderung keine Veränderungen an Ihrem PC vor oder laden Programme herunter; es handelt sich in der Regel um Schadsoftware, bei denen die Täter Zugriff auf Ihre Daten erhalten;
  • Polizeibeamte erfragen am Telefon keine Kontodaten oder verlangen Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse;
  • Es gibt technische Möglichkeiten, tatsächlich existierende Behördennummern vorzutäuschen; Seien sie misstrauisch und rufen Sie im Zweifelsfall Ihre örtliche Polizeidienststelle an;
  • Lassen Sie sich vom Anrufer nähere Informationen zu seiner Dienststelle geben;
  • Lassen sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen;
  • Beenden Sie das Gespräch im Verdachtsfall; Weitere Informationen unter: www.polizei-beratung.de

 Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte bitte an:

Polizeipräsidium Konstanz, Telefon: 07531 995-0, konstanz.pp@polizei.bwl.de, http://www.polizei-bw.de/

(Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Konstanz)

Anrufer, (c) Foto: pixabay.com
Anrufer, (c) Foto: pixabay.com
 

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